Nach unten       Zurück zu:     Andalusien      Rückblick 2009      Neues von uns und hier

Spritztour zur Quelle des Río Segura
Karte Andalusien
Außer Bergen und Burgen hat Jürgen noch ein weiteres besonderes Faible, nämlich die Quellen irgendwelcher Flüsse zu besuchen. Dieses Mal ging es zur Quelle des Río Segura, die kurz hinter der Grenze der Region Murcia in Andalusien liegt. Und wenn man schon mal da ist, kann man sich ja auch noch ein bisschen die Gegend dort ansehen. Und Gegend - die gibt es in Hülle und Fülle dort. Allein schon der Nationalpark "Parque Natural Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas" ist mit mehr als 210.000 ha der größte Naturpark Spaniens. 1983 wurde er von der UNESCO als "Biosfera" anerkannt.


Nun ist es nicht wirklich weit von Los Alcázares nach Vélez Blanco oder zur Quelle des Río Segura. Eigentlich hätten wir die Hin- und Rückfahrt locker an einem Tag erledigen können, was wir aber nicht wollten. Für die Übernachtung hatten wir uns ein kleines Hotel in Vélez Blanco ausgewählt, das 1730 erbaute und 1997 komplett restaurierte Hotel "Casa de los Arcos", das mitten im historischen Ortskern und direkt am Bach Barranco de las Fuentes liegt. Von der Bogengalerie aus hat man einen großartigen Blick auf die Burg und das alte Maurenviertel.

Wie immer ging es früh am Morgen los und waren aufgrund der kurzen Strecke bereits um kurz nach 11 Uhr in Vélez Blanco. Zum Einchecken ins Hotel war es noch reichlich früh. Das Wetter war nicht so besonders gut vorausgesagt, im Moment aber noch herrlich sonnig und warm. Deshalb entschlossen wir uns, direkt zur Quelle des Río Segura durchzufahren. Es waren ja "nur" noch 105 km bis dorthin. Die ersten 45 km ließen sich dann auch hervorragend fahren. Die Straße ging fast "schnurgeradeaus". Aber dann ging es in die Berge. Das hieß 60 km Kurven, Serpentinen, noch teilweise verschneite Berge rauf und runter. Der höchste Pass, den wir passiert haben, war in 1.600 m Höhe.

Um ca. 14.00 Uhr waren wir endlich an der Quelle. Die Hoffnung, uns in einem Restaurant stärken zu können, wurde sofort enttäuscht. Alles Bars waren geschlossen, es war ja noch Winter in den Bergen. Dafür hat uns aber die Quelle entschädigt. Ein kleiner Wasserfall speiste den kleinen See zusätzlich mit Wasser, das so glasklar ist, dass man die Öffnung der Quelle auf dem Grund des Sees deutlich sehen kann. Jürgen hat natürlich sofort eine kleine Kostprobe des Wassers genommen, es zum Trinkwasser erklärt und war zufrieden.      Quelle Río Segura

Auf dem Rückweg, wieder lagen die 60 km durch die Berge vor uns, hat Jürgen dann noch einen Schneemann gebaut. Es wurde wieder ein kleiner, aber er war doch schon deutlich größer als der, den er im Januar gebaut hat. Und er wäre noch viel größer geworden, wenn Schnee nicht so KALT wäre.

Es war schon beeindruckend: Die riesigen Berge, der beginnende Frühling mit den ersten frischen Blättern und Blumen und gleichzeitig Schneemann bauen, das hat schon irgendwas.      Schneemann bauen im Parque Natural Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas

Zurück in Vélez Blanco bezogen wir dann erst einmal unser Hotelzimmer. Uns knurrte der Magen, aber wir mussten dann noch bis 21.00 Uhr warten, bis das uns empfohlene Restaurant "El Palacil" endlich öffnete. Nach einem großartigen mehrgängigen Menü waren wir dann mit diesem Tag endgültig zufrieden.

Am nächsten Tag haben wir uns ein bisschen in Vélez Blanco umgesehen, einem kleinen historischen, unter Denkmalschutz stehenden Ort in 1.080 m Höhe. Vélez Blanco hat eine schöne Renaissance-Burg der Markgrafen von Los Vélez, ist reich an Brunnen mit kristallklarem Wasser und hat bedeutende Höhlenmalereien aus der Jungsteinzeit, die von der UNESCO erst kürzlich zum Kulturerbe der Menschheit erklärt wurden. Zur Führung in die Höhle kamen wir leider zu spät, weil wir den Treffpunkt nicht finden konnten. Wir hatten wohl bei der Beschreibung der Stelle nicht richtig aufgepasst. Dafür haben wir uns natürlich ausführlich die Burg angeschaut, leider nur von außen. Nein, wir waren ausnahmsweise mal nicht zu spät, es war auch nicht Montag - die Burg war geschlossen wegen Restaurierungsarbeiten.

Der Ort ist umgeben von den ausgedehnten Kiefernwäldern des Naturparks Sierra de María-Los Vélez (22.500 ha), in dem zahlreiche Pflanzen- und Tierarten zu finden sind.      Vélez Blanco und Umgebung

Nachmittags haben wir dann noch einen Ausflug in die "Vega von Vélez Blanco" gemacht, dem fruchtbaren Tal unterhalb des Ortes. Dort wird hauptsächlich Oliven- und Mandelanbau sowie Ziegen- und Schafzucht betrieben. Wir haben uns uralte, mehrere hundert Jahre alte Olivenbäume angeschaut, in einem kleinen kalten Bach, es könnte der Río Claro gewesen sein, die Füße gebadet, einsame Fincas angeschaut und unzählige horizontale Brunnen, sogenannte Freispiegelkanäle gesehen, ein System, das die Römer und später die Mauren in die Gegend gebracht hatten.

Am Tag darauf wollten wir aufgrund der Empfehlung des Hotelbesitzers durch die Vega de Los Vélez Blanco Richtung Lorca und von dort dann nach Hause fahren. Die Vega beginnt auf ca. 1000 m Höhe unterhalb des Ortes und erstreckt sich nach unten bis auf ca. 700 m. Ein Blick über das Tal ließ uns aber an der Idee zweifeln. Während in 1080 m Höhe die Sonne strahlte, sahen wir unten nur Nebel, dichten Nebel, der sich über das ganze Tal erstreckte. Als es dann auf dem Weg nach unten auch noch zu regnen anfing, haben wir die Fahrt durch die Talebene gestrichen und sind über die Autobahn nach Hause gefahren.
    Nach oben    Startseite