Nach unten      Startseite Schiffsmodelle


Wir werden ein Schiff  ...

Werdegang eines Schiffsmodells
Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden



Immer wieder werde ich gefragt, wie ich denn so ein Schiffsmodell baue, womit ich anfange, wie weiter mache, ob ich alle Teile selbst erstelle oder welche ich fertig kaufe usw.

Also, erst einmal generell vorneweg: Ich baue alles, wirklich jedes einzelne Teil selbst.


Plaene
Gekauft werden nur Pläne, Bücher und Fotos. Die zu besorgen ist Renates Job. Ich äußere nur so ganz nebenbei, welches Schiff ich als nächstes bauen möchte und sie forscht und sucht solange im Internet, bis sie alles gefunden hat und, egal wo auf dieser Welt, auch bestellt. Da klappt immer ganz prima und macht mich sehr zufrieden.

Mein Job ist es dann, das Material einzukaufen, was ich vorwiegend bei unseren seltenen Besuchen in Deutschland mache oder im Internet bei Dreger und/oder bei Gondesen bestellen lasse.


Material
Mein Material besteht aus Holz (Platten und Leisten), Messing (Platten, Stäbe und Drähte), unterschiedlich dicken bzw. dünnen Messingrohren, verschiedenen Garnrollen für das Tauwerk, Polyester, Kleber uvm. Für die Paddel der Beiboote verwende ich ganz normale Zahnstocher. Die Flaggen werden aus Seide gemacht, die ich mit dem PC-Drucker bedrucke. Für die Vitrine benötige ich Mahagoniholzplatten und Profilleisten. Lediglich die Glasscheiben für die Vitrine lasse ich beim hiesigen Glaser passend schneiden.

Für die Decksbeplankung brauche ich besonders edles Holz und klaue deshalb immer wieder Renates Fächer, was sie ja erst im Sommer wieder merkt. Zur Strafe "darf" ich sie dann wieder nach Cartagena zum "Corte Ingles" begleiten, damit sie sich wieder neue kauft, wobei ich natürlich darauf achte, dass diese aus bestem Material sind (... damit ich sie im Winter dann wieder klauen kann).

Allerdings, an ihrer Garderobe vergreife ich mich nie mehr. Puh, war das vor vielen Jahren ein Theater, als ich ihre Gore-Tex-Jacke (Gore-Tex war damals noch sehr teuer) zerschneiden wollte, um daraus Segel zu machen.


Werkzeug
So, was brauche ich noch? Die vielen kleinen "Helferlein", wie Maschinen (mittlerweile habe ich fast das gesamte Proxxon-Programm in Arbeit), Werkzeug, Stifte, Maßband, und nicht zu vergessen... die gute alte Laubsäge, mit der ich die Spanten aussäge.

Zum Sklaven macht mich meine elektronische Schieblehre, die mich immer zur 1000-prozentigen Genauigkeit zwingt. Dann benötige ich noch das Ätzbad mit schön viel stinkender Chemie, um die Bugzier, den Schriftzug des Schiffs usw. selbst herzustellen. Wie das funktioniert, erkläre ich beim entsprechenden Bild.

Manche Teile baue ich mir auch selbst, wie z.B. kleine Minibohrer. Gut, Renate sucht dann ab und zu ihre dickeren Nähnadeln, die doch in der letzten Woche noch da waren, wird sie aber nicht finden, und ich... ich schaue ganz unbeteiligt in die Gegend und weiß von nichts, von gar nichts.



Lupenbrille




Aber das Allerwichtigste für mich ist meine Lupenbrille. Auch wenn Renate sie furchtbar hässlich findet... ich finde mich unglaublich schick damit... geradezu sexy.






Wenn jetzt jemand glaubt, dass ich mit dem Bau des Rumpfes beginne, der irrt gewaltig. Als erstes mache ich immer die Decksausstattung, wie z.B. Steuerrad, Kompass, Beiboote, Rettungsringe, Anker, Ankerwinde, Davits (der schreibt sich wirklich so), Ankerkette (macht "besonders viel Spaß"), Deckshäuser usw. Erst wenn das alles fertig und in Schubladen sicher verpackt ist, beginne ich mit dem Bau des Rumpfes. Später, wenn ich dann soweit bin, das Deck "einzurichten", fange ich mit schönster Regelmäßigkeit an, die vielen kleinen Teile zu suchen.

Kleinteile

Kleinteile














So geht dann Tag für Tag ins Land. Ich säge, fräse, schleife, drehe Masten, mache Taue für die Tagelage, Lärm und Staub, verpeste die Luft mit Chemikalien und Farben, und eines schönen Tages ist es fertig, das Modell.





Den weiteren Werdegang der "Westward", die ich zur Zeit baue, könnt ihr hier nach und nach weiterverfolgen.




Nach oben     Startseite Schiffsmodelle