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Valencia - El Tribunal del Agua - Das Wassergericht
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Die folgen Informationen stammen von
http://www.reisenews-online.de/2007/10/01/das-alteste-wassergericht-der-welt-in-valencia/

Das älteste Wassergericht der Welt in Valencia

Seit über 1000 Jahren tagen jeden Donnerstag pünktlich um 12:00 Uhr acht schwarzgekleidete Richter (Síndicos) vor den Toren der Kathedrale in Valencia. Das so genannte Wassergericht (Tribunal de las Aguas) entscheidet über Recht und Unrecht bei Unstimmigkeiten unter Grundbesitzern, die sich bei der Bewässerung ihrer Felder ergeben. Die mündlich auf Valencianisch gefassten Entscheidungen sind unanfechtbar.

Die Bewässerungssituation in Spanien ist grundsätzlich schwierig - auch die Region Valencia verfügt über viele fruchtbare Flächen, aber über zu wenig Wasser. Jede Gemeinde besitzt ein Netz von Kanälen mit Wasser des Flusses Turia, die zu den Äckern führen. Die Bewässerung erfolgt abwechselnd, denn ein Arm des Kanals sorgt oft für die Wasserversorgung zahlreicher Felder mit verschiedenen Besitzern. Circa eine Stunde lang dürfen die Bauern abwechselnd ihr Land bewässern, dann kommt der Nächste an die Reihe.       weiter lesen
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
Valencia, Tribunal del Agua
   
Sollten sich bei dieser Regelung Streitigkeiten ergeben, die nicht gelöst werden können, wird dies zu einem Fall für die acht Richter des Tribunals. Ohne Rechtsanwälte wird innerhalb wenigen Minuten ein Urteil gefällt, das als unanfechtbar gilt.

Die Tradition geht weit zurück bis ins Mittelalter. Die erste geschichtliche Erwähnung findet man 960 n. Chr. Damals brachten die Araber ihr Wissen über eine ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung nach Spanien. Ihre ausgeklügelten Bewässerungs- und Anbaumethoden prägen bis heute das Landschaftsbild. Bereits zu jener Zeit wurde fahrlässiger Umgang mit Wasser (z.B. dessen Verschwendung) hart bestraft. Der Brauch des Wassergerichts hat sich bis in die heutige Zeit erhalten, inklusive des Tages der Veranstaltung. Dieser erklärt sich durch die Tatsache, dass der maurische Samstag auf den christlichen Donnerstag fällt.

Auch der Ort, an dem das Gericht tagt, geht auf maurischen Ursprung zurück. Die Kathedrale wurde im 13. Jahrhundert auf den Resten einer Moschee errichtet. Als diese in ein christliches Gotteshaus umgewandelt wurde, hatten "Ungetaufte" keinen Zugang mehr zur Kathedrale. Um die Urteilssprüche aber sowohl auf "Getaufte" als auch auf die zahlreichen in Spanien lebenden, "Ungetauften" anwenden zu können, beschloss man, die Verhandlungen unter freiem Himmel abzuhalten.

Mittlerweile ist das wöchentliche Spektakel, das bei Nichtvorhandensein von Streitfällen nur wenige Minuten dauert, ebenfalls zu einer Touristenattraktion geworden, hat aber von seiner eigentlichen Funktion nichts verloren: Ganz im Gegenteil, denn als einziges Gericht dieser Art ist das Wassergericht in der spanischen Verfassung legitimiert.

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